JOUR FIXE

Veranstaltung im Rahmen des Jour fixe im Burgcafe der Meersburg

Leiterin Fachgruppe Literatur     

Chris Inken Soppa
Hindenburgstr. 16,
78467 Konstanz
07531-99 14 626
cisoppa@daad-alumni.de

Einladung zum Literatur-Café: Jour Fixe auf der Meersburg

Der Konstanzer Schriftsteller Peter Salomon liest Prosa aus seinen beiden neuesten Büchern

Samstag, 10. September 2022, 15 Uhr im Burgcafé der Meersburg
(Einlass 14.30 Uhr)

„Vorteile der zweiten Klasse“ (2019) und „Der Außerirdische“ (2022) sind die Titel der
beiden Bücher, aus denen Peter Salomon im Burgcafé lesen wird. Autobiografisch grundierte
Kurzgeschichten werfen Schlaglichter auf die Zeit und das Leben des bedeutenden Dichters
vom Bodensee: Alltägliches, Berufliches und Erotisches werden in schnörkelloser Prosa
miteinander verknüpft, Salomons Blick auf die Dinge des Alltags offenbart immer auch deren
Komik.

„Peter Salomons stilistisches Markenzeichen ist das Lakonische und gänzlich Unverblümte.
… Das, was Männer an Männern anziehend finden können oder was Männer mit Männern
sexuell tun, wird genauso direkt und schnörkellos beschrieben wie die Beschaffenheit einer
dem Ich-Erzähler von seinem Vater… geschenkten ‚Granate’“ (Stefan Hölscher, Signaturen-
Magazin)


„Salomon hebt in einer makellosen Sprache das Pornografische auf und führt es lakonisch
über in Literatur.“ (Siegmund Kopitzki, Südkurier)


Peter Salomon, geb. 1947 in Berlin, lebt seit 1972 als Autor, Literaturhistoriker und
Herausgeber in Konstanz. 20 Jahre war er auch Rechtsanwalt. Mitglied im deutschen
P.E.N. Für sein literarisches Werk erhielt er zahlreiche Stipendien und Preise, zuletzt 2016
den Bodensee-Literaturpreis. Sein literarischer Vorlass wird im Deutschen Literaturarchiv
Marbach a. N. verwahrt.


Präsentation des achten Literarischen Jahresheftes Mauerläufer mit dem Thema
Strom/Strömung

Samstag, 3.September 2022, 15 Uhr im Burgcafé der Meersburg
(Einlass 14.30 Uhr)

Der Strom ist im Fluss und damit ganz offen. Er kann sich verbreitern zum See, sich
verengen, verästeln oder über Katarakte stürzen. Trotz allen Aufruhrs an der Oberfläche zieht
er stetig seine Bahn. Mal tragend, mal beruhigend, mal mitreißend, mal hoch, mal niedrig,
mal auf verschlungenen Wegen, mal verirrt er sich und endet im Nirgendwo. Er rauscht gegen
Steine, Mauern, Felsen oder Schiffe und bringt das Treibeis zum Klingen.
Man kann im Strom untergehen oder Brücken bauen, ihn anstauen und in Elektrizität
wandeln; Anschluss oder Kurzschluss? Bewusstseinsstrom? Streaming mit wem oder was?
Wir können selbst entscheiden, ob wir uns von einem Strom mitreißen lassen, ihm die Stirn
bieten, an seinen Rändern stehen bleiben oder närrisch mit dem Schiff darüber hinwegfahren.
Auch die Literatur bringt wechselnde Strömungen hervor, die, je nach Zeit, Ort, Geschlecht,
Generation, Herkunft oder Haltung, manches aussprechen und anderes ungesagt lassen.

Nicht zuletzt auch der Mauerläufer unterliegt Strömungen, die Neues bringen, etwa ein neu
zusammengesetztes Herausgeberteam. Oliver Gassner, Larissa Schleher, Volker Sieber,
Chris Inken Soppa, Hanspeter Wieland
und Niels Zubler haben Texte weiterer Autorinnen
und Autoren rund um die Bodenseeregion zusammengestellt. Aus dem druckfrischen
Jahresheft präsentieren Redaktion und geladene Gäste erstmals ausgewählte Beiträge.
Grafikerin Eva Hocke wird die Gestaltung erläutern. Sie hat mit Arbeiten von Künstlerinnen
und Künstlern aus der Region nunmehr zum achten Mal einen aufregenden Mauerläufer
gestaltet.
Den Mauerläufer gibt es seit 2014. Er ist hervorgegangen aus einer Initiative von Autorinnen
und Autoren rund um den Bodensee. Als Basisprojekt, die Redaktion arbeitet ehrenamtlich.
Unter dem Motto „regional, radikal, randständig“ verbreitet sich dieser besondere literarische
Vogel hauptsächlich rund um Bodensee, Allgäu, Oberschwaben, Ostschweiz und Vorarlberg.

Ein Thema fürs neunte Heft im kommenden Jahr ist bereits gefunden: „Auskünfte, Ankünfte,
Zukünfte“. Ausschreibung folgt.


Christa Ludwig liest aus ihrer Erzählung „Alle Farben Weiß“
Samstag, 11. Juni 2022, 15 Uhr im Burgcafé der Meersburg

(Einlass 14.30 Uhr)


Selina ist unzufrieden: Was sie will, das hat sie nicht, und was sie hat, das will sie nicht. Als
junge Restauratorin erhält sie den Auftrag, ein übermaltes spätmittelalterliches Bild
freizulegen. Bei dieser Arbeit mischen sich zwei gegensätzliche, aber gleichermaßen
skandalöse Bilder. Und auch in Selinas Leben kommt Bewegung. Hat sie sich getäuscht? War
das doch Liebe, damals?
Ein kleines Buch mit spannendem kunsthistorischem und theologischem Hintergrund. Eines,
das sich mit der Leserin, mit dem Leser entwickelt. Brüche und Leerstellen fordern zum
Nachdenken auf. Dabei wirkt Christa Ludwigs Sprache klar, klug und schnörkellos-elegant.
Christa Ludwig, 1949 in Wolfhagen bei Kassel geboren, studierte Germanistik und
Anglistik. Spätestens seit sie lesen kann, liebt sie Bücher, früh fing sie auch an, selbst zu
schreiben. Seit 1989 erschienen von ihr Kinder- und Jugendbücher, u.a. ›Blitz ohne Donner‹,
›Die Siebte Sage‹, ›Carlos in der Nacht‹ sowie die fünfbändige Reihe für Erstleser ›Jonas
Weg ins Lesen‹.
Parallel dazu beschäftigte sie sich seit mehr als zwanzig Jahren mit Else Lasker-Schüler. Für
ihr Romanprojekt ›Ein Bündel Wegerich‹ erhielt sie ein Stipendium vom Förderkreis
deutscher Schriftsteller und ein Reisestipendium für Recherchen in Jerusalem vom Verband
deutscher Schriftsteller. 2019 wurde Christa Ludwig zudem mit dem Eichendorff-
Literaturpreis ausgezeichnet.


Autorin Maria Regina Kaiser liest aus ihrer Romanbiografie
Annette von Droste-Hülshoff – Dichterin zwischen den Feuern.
Samstag, 21. Mai 2022, 15 Uhr im Renaissancesaal der Meersburg
(Einlass 14.30Uhr)


„Denn in hundert Jahren möcht‘ ich gelesen werden…“, notiert sie selbstbewusst über ihren
Nachruhm: Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848), die wohl bedeutendste
deutschsprachige Dichterin des 19. Jahrhunderts. Als Siebenmonatskind kommt sie auf einer
westfälischen Wasserburg zur Welt, kaum lebensfähig. Aber Annette kämpft. Auch wenn sie
kränklich bleibt, ziehen sich Stärke und Vitalität wie ein roter Faden durch ihre Biografie.
Früh zeigt sich Annettes große Begabung: Hochmusikalisch ist sie, v.a. formuliert sie
meisterhafte Verse. In einer Epoche voller Brüche steht die feinsinnige Poetin zeitlebens in
Konflikt mit der Konvention, zwischen Gehorsam und Auflehnung. Ihre Beziehung zu dem
siebzehn Jahre jüngeren Levin Schücking gerät bald zu einer funkensprühenden
„Liebesfreundschaft“ …

„(…) Leicht und gern zu lesen, unbedingt empfehlenswert, wenn man sich für Annette von
Droste-Hülshoff interessiert (…)“
Saarländischer Rundfunk

Maria Regina Kaiser, Dr. phil., 1952 in Trier geboren, studierte in Frankfurt/Main
Archäologie, Alte Geschichte und Hispanistik. Nach ihrer Promotion war sie bis 1986 in der
Forschung tätig, von 1987 bis 1991 arbeitete sie als Lektorin in einem Wissenschaftsverlag.
Heute ist sie freie Autorin vor allem von historischen Romanen und vielbeachteten
Romanbiografien.

© Soppa


Peter Blickle stellt seinen Roman „Andershimmel“ vor.
Samstag, 5. März 2022, 15 Uhr im Burgcafé der Meersburg.
(Einlass 14.30 Uhr, Eintritt ist frei, die aktuellen Coronaregelungen sind nachzulesen unter:
www.burg-meersburg.de)


Eine Kindheit in einem pietistischen Dorf: Bruder und Schwester, Schwester und Bruder,
Zwillinge. Aufgewachsen in der Obhut des HErrn, verurteilt vom Dorf, von den Eltern – in
Liebe. Der eine flüchtet in die weite Welt, die andere bleibt zurück. In der Enge. Allein. Flucht
in die Freiheit oder Rückzug in die Resignation? Ist es so einfach?

In poetisch dichten Bildern lotet Peter Blickle die Untiefen menschlicher Beziehungen aus: in
der Enge, in der Weite, zwischen Geschlechtern, Religionen, Welten.

Ein anrührender, ein poetisch-sensibler Roman von starker erzählerischer Kraft, gleichsam
ein schwäbisches Geschwister von Deborah Feldmans berühmt gewordenem Roman
„Unorthodox“.
Ein Roman über das Andere in uns – das andere Geschlecht, die anderen Heimaten, die
anderen Religionen, die anderen Himmel. Welten prallen aufeinander – christliche und
muslimische, amerikanische und deutsche, pietistische und ungeweihte, wissenschaftliche
und spiritistische, und dabei geht es um Menschen in ihrem Ringen um Liebe und
Verbundenheit, in ihrer Sehnsucht nach Erlösung.

Peter Blickle erforscht in seinem Roman „Andershimmel“ die pietistische Gefühlskultur – bis
an die Schmerzgrenze. (Stefan Kister, Stuttgarter Zeitung)


Peter Blickle, 1961 in Ravensburg geboren, aufgewachsen im oberschwäbischen
Wilhelmsdorf, ist Professor emeritus für deutschsprachige Literatur und Gender and
Women’s Studies an der Western Michigan University in Kalamazoo/USA. Ausgezeichnet mit
zahlreichen Preisen und als Mitglied im PEN International veröffentlichte Peter Blickle 2014
bei Klöpfer & Meyer den Roman „Die Grammatik der Männer“.

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Die Schweizer Lyrikerin Ruth Loosli stellt
ihren neuen Gedichtband „Hungrige Tastatur“ vor.

Samstag, den 29. Februar 2020 ab 15 Uhr im Burgcafé der Meersburg.

Hungrige Tastatur «Dieser Band bringt neue Gedichte von Ruth Loosli, die als Lyrikerin schon lange ihren eigenen Ton gefunden hat. Leichtfüßig, mit schrägem Wortwitz und oft inhaltlich oder formal überraschenden Wendungen, geht sie ganz verschiedene Themen an: Sprache, Natur und Mensch, ironische Selbstbetrachtung, Familie, Freundschaft, Gesellschaft und Politik, Religion und Zeit. Ruth Looslis stetige Beschäftigung mit dem Schreiben spiegelt sich auch in ihren dichten Schreibbildern, von denen einige den Lyrikband begleiten. Irène Bourquin Ruth Loosli, geboren 1959 in Aarberg (Seeland), wo sie aufgewachsen ist. Sie hat drei erwachsene Kinder und ist ausgebildete Primarlehrerin. Seit einigen Jahren lebt und arbeitet sie in Winterthur. Sie veröffentlicht in Anthologien und Literaturzeitschriften. Ein erster Gedichtband “Aber die Häuser stehen noch” erschien 2009. Es folgte im Wolfbach Verlag (DIE REIHE, Band 5) 2011 “Wila, Geschichten”; dieser Band wurde mittlerweile auf Französisch übersetzt. Aktuell ist in derselben Reihe im Frühling 2016 der Lyrikband “Berge falten” erschienen.

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Der Konstanzer Schriftsteller Peter Salomon stellt seinen Erzählband „Vorteile der zweiten Klasse“ vor.
Samstag, den 4. April 2020 ab 15 Uhr im Burgcafé der Meersburg.

Vorteile der zweiten Klasse Fünfundzwanzig autobiographisch grundierte Kurzgeschichten des bedeutenden Dichters vom Bodensee. Der Lebensstoff seiner Jugendjahre in Berlin und der späteren Zeit in Konstanz wird so erzählt, dass exemplarische Bilder der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstehen. Salomons Blick auf die Dinge des Alltags offenbart immer auch deren Komik. Für sein literarisches Werk erhielt Peter Salomon zahlreiche Stipendien und Preise, zuletzt 2016 den Bodensee-Literaturpreis. Er ist Mitglied des P.E.N.-Zentrums Deutschland. Sein literarischer Vorlass wird im Deutschen Literaturarchiv Marbach verwahrt.

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